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13.01.2012

Flucht: Aufruf zur Entwaffnung der Wagenburg

Subalterne Existenz und Ausbreitung des Lagers

Nach dem millionenfachen Morden zweier Weltkriege, nach Vernichtung und Vertreibung, ist Europa weit davon entfernt, das Versprechen einer solidarischen und ökonomisch gerechten Neuordnung einzulösen. Wenn weltweit Menschen zur Flucht gezwungen werden, verkriecht sich die vermeintlich geläuterte Gemeinschaft hinter ihren Barrikaden.

Die Flucht, eines der grundlegendsten Rechte, zu deren Wahrung sich die europäische Gemeinschaft eigentlich verpflichtet, wird zum Dämon stilisiert, dem mit Mobilmachung zu begegnen ist – in militärischer, geistiger und auch kultureller Hinsicht.

Gemeinsam mit Konrad Becker habe ich mit Nach dem Ende der Politik im Jahr 2011 den dritten Band der Reihe "Texte zur Zukunft der Kulturpolitik" herausgegeben. Von mir stammt der Beitrag Die Rückkehr der Flucht, der nunmehr im Rahmen des eipcp auch in einer englischen Version erschienen ist.

24.11.2011

Radioreise: Nachrichten aus der Avenue Kakatare

Erzählungen aus dem Hochofen des Sahel

Ich war am 18. November 2011 im Studio von ORF FM4 live zu Gast, um im Rahmen der Sendung Jugendzimmer von meinen Eindrücken im Norden Kameruns zu berichten, wo ich seit Jahresbeginn lebe.

Im Gespräch mit Elisabeth Scharang konnte ich von meinen Globalisierungserkundungen aus der Südperspektive erzählen, vom Überleben bei Wasserknappheit, von Stoffen und eingewebten politischen Botschaften sowie ganz allgemein von der Informationspolitik in Afrika.

Die Aufzeichnung der Sendung steht ab sofort als Download zur Verfügung.

09.10.2011

Sündenbock: Spott und Häme für Samuel Eto'o

Kameruns Superstar im Fokus der nationalen Fußballkrise

Samuel Eto'o hat schon bessere Zeiten erlebt. Nach der WM-Pleite und der misslungenen Qualifikation für den Afrika-Cup 2012 warten auf ihn zu Hause Spott und Häme.

Kamerun ist im Zeitalter des globalisierten Fußballs angekommen - und das berühmte Aushängeschild muss nun für eine hausgemachte Fußballkrise büßen. Denn noch immer bestimmen Korruption und Günstlingswirtschaft das Geschehen, Strukturreformen sind längst überfällig, und auch der Nachwuchs kann von einer Zukunft auf afrikanischem Boden bestenfalls träumen.

Für einen Beitrag in der aktuellen Ausgabe des Fußballmagazins ballesterer habe ich die Stimmungslage in Kamerun eingefangen.

27.09.2011

Afrika: Digitale Landnahme und e-Kolonisierung

Informationsfreiheit, Zensur und Begehrlichkeiten der Medienkonzerne

Viele sehen in Afrika den neuen "Westen", der vor allem auch im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien mit großen Verlockungen winkt. Doch wie steht es hier tatsächlich um die Entwicklung der Informationspolitik?

Nach dem "arabischen Frühling" geraten nun auch die Regierungen in Subsahara zunehmend in die Kritik, freie Meinungsäußerung über die IKT-Nutzung einschränken zu wollen. Zugleich aber wächst die Begehrlichkeit großer Medienkonzerne wie Google auf den Contentreichtum des afrikanischen Kontinents.

In einem zweiteiligen Beitrag für die Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Kulturrisse habe ich dazu mit Olivier Nana Nzepa in Kamerun ein Interview geführt und mich in Zwitschern gegen das Ungemach mit der Unkenntnis afrikanischer Staatsspitzen von sozialen Netzwerken und deren Folgewirkungen auf das politische Geschehen auseinander gesetzt.

12.09.2011

Mangelwirtschaft: Am anderen Ende des Wasserhahns

Globalisierungserkundungen aus der Südperspektive

Der Weltbank zufolge zählt die Privatisierung des Wassers zu den erfolgreichsten Strukturmaßnahmen in Kamerun. Davon unterscheidet sich die Wahrnehmung der Menschen sehr deutlich. Lediglich 30 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu trinkbarem Wasser. Mehr als zwei Drittel sind somit unentwegt dem Risiko einer schweren Erkrankung ausgesetzt.

In seiner vierten Depesche geht das Telegraphenamt Avenue Kakatare der Frage nach, worin die Ursachen für den gravierenden Wassermangel und die mangelnde Wasserqualität zu suchen sind.

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